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Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen

Anlässlich des 30. Jahrestages des Falls der Mauer erklärt der Landesvorsitzende der CDU Berlin, Kai Wegner:

„Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen. Dieses Datum erinnert auf der einen Seite an die dunkelste Finsternis unserer Geschichte und andererseits an einen Tag der Freiheit und Freude.

Am 9. November 1938 organisierte das Terrorregime des Nationalsozialismus die systematischen Gewaltmaßnahmen gegen jüdische Mitbürger. Menschen, deren Familien zum Teil über Jahrhunderte in Deutschland lebten, wurden gedemütigt, gequält, ermordet. Die November-Pogrome waren eine entscheidende Wegmarke auf dem Weg hin zur Shoa, dem unsagbaren Zivilisationsbruch, als Deutsche die systematische Ermordung der Juden in Europa verübten.

Im Jahre 1989, an einem Donnerstag im November, erlebten die Deutschen die glücklichste Stunde ihres Freiheitswillens. Nie hatten sich die Deutschen damit abgefunden, in Unrecht und Unfreiheit zu leben. Denn zum 9. November 1989, dem Tag als die Mauer fiel, gehört untrennbar der 17. Juni 1953, der Tag, als die Deutschen in der DDR für alle Welt sichtbar gegen das Unrecht einer sozialistischen Diktatur aufbegehrten.

Der 30. Jahrestag des Mauerfalls ist ein Tag, an dem wir Deutsche zurückblicken: auf einen Tag, der Geschichte schrieb, und auf das, was wir seither gemeinsam erreicht haben. Zugleich ist es ein Tag, an dem wir mit Zuversicht nach vorn blicken dürfen, in Freiheit und in Einheit. Der 9. November 1989 ist ein Tag der großen Freude, zugleich aber auch ein Tag der Verpflichtung, Freiheit und Demokratie zu verteidigen. 30 Jahre Mauerfall mahnen uns, die Menschen, die an der Todesgrenze ihr Leben ließen, niemals zu vergessen. Wir brauchen authentische Erinnerungsorte in Berlin. Weitere Straßen und Plätze in unserer Stadt sollten zu Ehren der Maueropfer benannt werden.

Wir Deutsche haben an diesem Tag Dank zu sagen. Dank zuallererst den Deutschen, die damals in der DDR lebten. Den Menschen, die damals alle Furcht hinter sich ließen und mit der Kerze in der Hand eine menschenfeindliche Diktatur gewaltfrei überwanden. Wir haben Michail Gorbatschow Dank zu sagen, der mit seiner Politik der Perestroika die Freiheitsprozesse ermöglichte. Und wir haben unseren alliierten Freunden Dank zu sagen, die die Freiheit immer verteidigten. Mein besonderer Dank gilt dem amerikanischen Volk. Denn von Beginn des Kalten Krieges an bis zum Fall der Mauer hat jeder amerikanische Präsident – von Harry S. Truman bis zu George Bush – die Verpflichtung erneuert, die Freiheit Berlins zu verteidigen.

Der Tag der Reichspogromnacht und der Tag des Mauerfalls sind untrennbar mit unserem historischen Gedenken verbunden. Deshalb sollte jeder Berliner Schüler während seiner Schullaufbahn einen Ort oder eine Gedenkstätte besuchen, die an das Terror-Regime des Nationalsozialismus und an die sozialistische Diktatur der DDR erinnern. Der Senat ist aufgefordert, das sicherzustellen.“

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