Pendler-Kollaps in Berlin-Brandenburg

Wegner fordert parlamentarischen Planungsausschuss der Länder Berlin und Brandenburg

Bild: Berliner Morgenpost

Die Zahler der Pendler zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Rund 300.000 Personen pendelten laut einer Statistik des VBB im Jahr 2017 täglich zwischen Berlin und Brandenburg. Seit 2013 stieg die Zahl der Fahrgäste pro Jahr im Verbund um 11,2 Prozent auf 1,47 Milliarden.

Kai Wegner, Stellv. Landesvorsitzender der CDU Berlin,erklärt:

„Die Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg steht vor einem Pendler-Kollaps. Senat und Landesregierung haben die Entwicklung im Pendlerverkehr verschlafen. Es fehlen nicht nur P&R-Angebote und eine Verstärkung des Schienenangebots, es fehlt eine gemeinsame Strategie für ein besseres Angebot an die Pendler.

Wir wollen, dass die Menschen auf den ÖPNV umsteigen,aber wir bieten ein unflexibles Tarifsystem, unzureichende P&R-Angebote und überfüllte Züge. Das ist wenig attraktiv. Senat und Landesregierung müssen endlich aufhören, das Denken an der Landesgrenze einzustellen. Die Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg braucht einen gemeinsamen parlamentarischen Planungsausschuss, der gemeinsame Ziele und Vorhaben definiert.

Es versteht doch keiner, wenn von Potsdam aus die Straßenbahn in Richtung Spandau geführt wird, aber dann unweit von der Landesgrenze endet, ohne dass Senat und Landesregierung eine Idee haben, wie man die Pendlerströme sinnvoll und schnell durch Spandau führt. Das gilt übrigens auch für die sonstige Verkehrswegeplanung. Absurd wird es, wenn eine Straße auf der einen Seite zwei- oder dreispurig ausgebaut, aber auf der anderen Seite der Landesgrenze einspurig weitergeführt wird.

Das Tarifsystem des VBB muss überdacht werden. Es wäre sinnvoll, z.B. den ersten Bahnhof hinter der Landesgrenze auf Brandenburger-Seite in die Tarifzone B aufzunehmen. Diese Tarifzonenverschiebung würde die Attraktivität des ÖPNV ungemein steigern.

Gemeinsam statt einsam. Das sollte auch das Kredo in der Planung des ÖPNV sein. Senat und Landesregierung müssen jetzt handeln, bevor der ÖPNV in Berlin gänzlich kollabiert.“