Freiheits- und Einheitsdenkmal vor dem Humboldt-Forum

Am Donnerstag, 23. August 2018, auf den Tag genau 28 Jahre nach dem Beschluss der Volkskammer über den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland, luden Klaus-Dieter Gröhler MdB, Mitglied im Haushaltsausschuss, und Kai Wegner MdB, baupolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, zu einem Pressetermin auf dem Werderschen Markt / Ecke Schinkelplatz zur baldigen Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals „Bürger in Bewegung“ vor dem Humboldt-Forum ein.

 

Klaus-Dieter Gröhler (CDU):

„Ich werbe dafür, die erneute Verzögerung bei der Befassung des Haushaltsausschusses des Bundestages mit den Kosten des Denkmals zu durchbrechen und bald mit dem Bau zu beginnen. Fast 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist es mehr als an der Zeit, die mutigen Menschen zu ehren, die im Osten auf die Straße gingen, den Widerstand gegen das SED-Regime wagten und durch ihr Handeln den Mauerfall und die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglicht haben.“

Zudem wird der Diskussion um einen neuen Denkmalstandort im Westen der Stadt eine Absage erteilt. Kai Wegner (CDU):

„Es ist an der Zeit, ein Denkmal in Berlin zu errichten, welches an die glücklichsten Momente unserer Geschichte erinnert. Die Mauer fiel von Ost nach West, wegen des Mutes der Ostdeutschen. Deshalb muss das Denkmal seinen Platz im ehemaligen Ostteil der Stadt finden. Vor dem später wiederaufgebauten Berliner Schloss haben im Oktober 1989 die ersten großen Proteste in Ost-Berlin stattgefunden, und später tagte dort die erste freigewählte Volkskammer. Auch die DDR-Bürgerrechtler wünschen sich diesen Standort für das Denkmal. Der neu ins Gespräch gebrachte Standort im Westen ist historisch nicht nachvollziehbar.“

 

Die Forderung nach sofortiger Umsetzung des Entwurfs im Osten der Stadt vor der sog. Schloss-Freiheit wurde unter anderem unterstützt von

  • Dr. Lothar de Maizière, erster frei gewählter und zugleich letzter DDR-Ministerpräsident
  • Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der frei gewählten Volkskammer der DDR
  • Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D.
  • Günter Nooke, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler und Afrikabeauftragter im BMZ
  • Sebastian Letz, Kreativdirektor bei Milla & Partner, Gestalter und künstlerischer Leiter
  • Dr. Andreas H. Apelt, Deutsche Gesellschaft e.V.
  • Jürgen Engert, Deutsche Gesellschaft e.V., Gründungsdirektor ARD-Hauptstadtstudio,

die ebenfalls an diesem Termin anwesend waren.

 

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin ist als begehbares kinetisches Objekt in Form einer beweglichen Schale konzipiert. Bis zu 1.400 Besucher können das Kunstwerk betreten, in Bewegung versetzen und auf diese Weise dessen Erscheinungsbild mitgestalten. Wie während der friedlichen Revolution von 1989 müssen sich die Besucher verständigen und zu gemeinsamem Handeln entschließen, um etwas zu bewegen.

Nach dem Bundestagsbeschluss von 2007 sollte der Bau 2013 begonnen werden. Aus verschiedenen Gründen wurde die Ausführung mehrmals verschoben. Aktuell unterliegen die für das Denkmal vorgesehen Gelder in Höhe von 17,1 Mio. Euro einer Haushaltssperre, die in diesem Herbst durch Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages aufgehoben werden könnte.