Zu Besuch in der Dauerbaustelle Carlo-Schmid-Oberschule

Gemeinsam mit dem CDU-Bezirksverordneten Thorsten Schatz habe ich heute mal wieder in der Dauerbaustelle Carlo-Schmid-Oberschule vorbeigeschaut.

Zwischen Baustaub, herunterhängenden Kabeln und nur mit Panzertape abgeklebten Steckdosen ist eine Konzentration auf den Lernstoff schwer möglich. Lehrer und Schüler verdienen meinen Respekt und meine Anerkennung. Dass das Lehrerkollegium trotz dieser widrigen Umstände so engagiert und motiviert für die Schülerinnen und Schüler arbeitet und Angebote schafft, die den Schulstandort trotz der anhaltenden Bautätigkeiten attraktiv machen, ist keine Selbstverständlichkeit. Schülerinnen und Schüler verdienen Wohlfühlorte zum Lernen.

Die Carlo-Schmid-Oberschule ist dennoch leider ein trauriges Beispiel für den Sanierungsstau an Berlins Bildungseinrichtungen. Als die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Öffentlichkeit am vergangenen Montag auf den Zustand der Oberschule aufmerksam machen wollte, wurde die Begehung auf Geheiß von Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) gestoppt. Es soll nicht zu sehen sein, was für Lehrer- und Schülerschaft seit Jahren Realität ist.

Das marode Gebäude aus den 70er Jahren hat aktuellen Schätzungen nach einen Sanierungsbedarf von 28 bis 35 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen geschätzte Neubaukosten von rund 40-50 Millionen Euro.

Ich finde, angesichts dessen, dass die Kosten recht nahe beieinander liegen, sollte man einen Schlussstrich unter die jahrelange Flickschusterei setzen und ernsthaft einen Neubau erwägen. Die Carlo-Schmid-Oberschule verdient ein zeitgemäßes Schulgebäude, das auch auf den neuesten pädagogischen Standards beruht. So sieht es auch die Bezirksverordnetenversammlung Spandau, die sich letzte Woche einstimmig für einen Neubau ausgesprochen hat. Lehrer- und Schülerschaft brauchen zügig eine vernünftige Lernumgebung, um sich wieder ganz auf das Lernen konzentrieren zu können.