Apotheken sind Stabilitätsanker der Kieze

Kiez-Apotheken brauchen eine rechtssichere Zukunft. Dies fordert der Spandauer CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner. Die Bundesregierung müsse auf die neueste Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) umgehend reagieren und deutsche Kiezapotheken nicht schlechter stellen als ausländische Versandapotheken.

Kai Wegner hat heute auf Einladung der Melanchthon-Apotheke ein eintägiges Praktikum gemacht, um sich über die Folgen eines Urteils des EuGH vom 19. Oktober 2016 für die Kiezapotheken zu informieren. Dieses hat ausländischen Arzneimittel-Versandhändlern mit seinem Urteil erlaubt, von den in Deutschland geltenden Festpreisen für rezeptpflichtige Medikamente abzuweichen.

Kai Wegner, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Landesgruppe Berlin in der CDU/CSU-Fraktion, erklärt nach seinem Besuch:

„Ich bin Frau Häusler und dem ganzen Team der Melanchthon-Apotheke sehr dankbar für diesen interessanten Einblick in den Alltag einer Kiezapotheke. Ich konnte viel über die Anforderungen und auch aktuellen Herausforderungen lernen.

Eines meiner Kernanliegen ist es, dass man in seinem Kiez alles vorfindet, was man zum Leben braucht: Vom Supermarkt über die Bank bis hin zum Arzt und schlussendlich auch die Apotheke. Wenn äußere Einflüsse wie jetzt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes dazu führen, dass diese Stabilitätsanker der Kiezversorgung plötzlich Existenznöte bekommen, dann muss die Politik reagieren.

Versandapotheken können eben nicht die liebevoll geführte Kiezapotheke von nebenan ersetzen. In den seltensten Fällen wird man in einer Versandapotheke dieses Beratungsangebot erhalten, was man zum Beispiel in einer Apotheke wie der Melanchthon-Apotheke erhält. Auch der kurze Weg von Arzt zur Arzneiversorgung ist sehr wichtig, wenn man krank ist. Krankheiten sind akut, da kann man nicht bis zum nächsten oder übernächsten Tag warten.

Ich unterstütze daher das von Bundesminister Hermann Gröhe vorgeschlagene Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente und werde mich dafür einsetzen, dass dieses noch in dieser Legislaturperiode gesetzlich verankert wird.“