Impfpflicht gegen Masern notwendig – Aus Verantwortung sich und andere schützen

Vor dem Hintergrund des Anstiegs der registrierten Masernerkrankungen in Berlin erklärt der Großstadtbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Generalsekretär der CDU Berlin, Kai Wegner:

„Die jüngste Masernwelle zeigt, dass mehr Vorsorge zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist. Eine Impfpflicht schützt vor allem die Kleinsten und gesundheitlich schon Geschwächten unserer Gesellschaft. Masern sind keine harmlose Infektionskrankheit und auch keine reine Kinderkrankheit. Lungen- und Gehirnentzündungen mit zum Teil tödlichen Folgen sollten nicht billigend in Kauf genommen werden.

Nach dem australischen Vorbild sollte es mehr Verbindlichkeit bei der Impfung geben. Der Staat trägt die Verantwortung, für eine stärkere Immunisierung zum Schutz vor gesundheitlichen Folgen zu sorgen. Die Durchimpfungsrate von bundesweit 92 Prozent, die in manchen Regionen noch nicht einmal erreicht werden, muss erhöht werden. Beratung und Aufklärung allein tragen nicht dazu bei, die massiven Masernausbrüche zu verhindern. Wir dürfen nicht zulassen, dass Krankheiten, die schon als ausgerottet galten, bei uns wieder Einzug halten.“

Zum Hintergrund

In Australien werden Familien, die ihre Kinder nicht immunisieren lassen, seit dem 1. Januar 2016 Gelder für die Kinderbetreuung und bestimmte Steuererleichterungen gestrichen. Für Familien bedeutet das finanzielle Nachteile von umgerechnet bis zu 9500 Euro pro Jahr und Kind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt sich für eine weltweite Eliminierung der Masern ein. Auch die Nationalen Impfkonferenz in Berlin hat sich im letzten Jahr das Ziel gesetzt, Masern bis 2020 zu beseitigen. Dafür müssten 95 Prozent der Bevölkerung die empfohlene Zweifachimpfung erhalten. In Regionen mit hoher Impfrate, wie bspw. Nord- und Südamerika, sind Masern bis auf wenige importierte Fälle de facto bereits ausgerottet.

In Deutschland kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Masernepidemien. Allein im letzten Jahr erkrankten über 2600 Menschen an der hoch ansteckenden Infektionskrankheit.