Das Postgelände zu einem vielfältigen Quartier entwickeln

 

Seit vielen Jahren ist es unter den Spandauerinnen und Spandauern eines der größten Aufregerthemen: das alte Postgelände. Nach der Schließung des Poststandortes hat sich das Areal zu einem Schandfleck entwickelt, und das im Herzen des Bezirks.

_YS17049Der Vandalismus und die Schmierereien am Gebäude boten jahrelang ein erbärmliches Bild, und auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen im Umfeld des Geländes wurde immer stärker beeinträchtigt.

Immer wieder habe ich Initiativen gestartet, diskutiert, um Lösungen gerungen und auf diese Problematik hingewiesen. Ich bin erleichtert, dass sich diese Beharrlichkeit ausgezahlt und auch dafür gesorgt hat, dass dieses Schmuddelgrundstück an der Klosterstraße nun endlich verschwindet. Es wurde ein Investor gefunden, der das Areal entwickeln wird. Das hat CDU-Baustadtrat Carsten Röding gut gemacht. Hoffentlich wird der Abriss der Betonruine noch in diesem Jahr beginnen. Es stellt sich dann aber auch die Frage nach der zukünftigen Bebauung des Grundstücks.

Wonach bemessen sich eigentlich die Qualität und die Attraktivität eines städtischen Quartiers? Ich glaube, dass die Zeiten vorbei sind, in denen die Daseinsfunktionen in den Städten räumlich streng voneinander zu trennen waren. Die Menschen wollen nicht mehr in reinen Schlafstädten leben und auf dem Weg zum Arbeiten oder zur Freizeitgestaltung weite Strecken zurücklegen. Aus städtebaulicher Sicht empfiehlt sich daher für das Postgelände eine funktionale Nutzungsvielfalt, die den Bedürfnissen der Menschen nach Urbanität, Kompaktheit und Dichte gerecht wird.

Deshalb wäre es erwägenswert, für das Postgelände auf einen Mix von Arbeiten, Wohnen, Nahversorgung, Freizeitgestaltung, öffentlichen Freiräumen und Kultur zu setzen. Denn das wäre ein Garant für ein lebendiges Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität. Zugleich wäre das auch die beste Versicherung dafür, dass wir nicht in zehn oder zwanzig Jahren den nächsten leerstehenden Gebäudekoloss an der Pforte zur Spandauer Altstadt zu beklagen haben. Unter den Spandauerinnen und Spandauern jedenfalls besteht kein Bedarf nach einem weiteren Aufregerthema.